Wohl die Königin unter den ganzen Rebsorten auf
der ganzen Welt. Vom Rosé über den leichten süffigen Rotwein bis zum
wuchtigen Barriquewein findet man für jeden Geschmack etwas. In der
Schweiz wird der Pinot noir in jeder Weinbauregion angebaut.
Neben der französischen Bezeichnung findet man
in der Schweiz verschiedene Synonyme wie: Cortaillod, Salvagnin noir in
den Kantonen Genf, Waadt, und Neuenburg. Blauburgunder, Clevner oder
Klevner in der deutschsprachigen Schweiz. In Deutschland kennt man ihn
unter Blauen Spät- burgunder.
Ursprung
Die Einführung dieser wertvollen burgundischen Rebe in der Schweiz wird
je nach Kanton zu verschiedenen Zeiten erfolgt sein, zuletzt in der
Maienfeld 1630-1635 durch den Herzog Rohan, damals Befehlshaber der
französischen Truppen.
Eigenschaften
Der Blauburgunder ist eine wertvolle, edle Rebsorte , die nicht nur in
seiner Heimat im Burgund hervorragende Weine hervorbringt. Der Austrieb
des Blauburgunders erfolgt früh, was ihn der Gefahr der Frühjahrsfröste
aussetzt. Anderseits hat der Blauburgunder während des schlimmen Winters
von 1956 doch recht gute Kälteresistenz bewiesen, die es erlaubte, die
Stöcke zu retten.
In kalkhaltigen Böden ergibt der Blauburgunder seine besten Weine und
dies nur im gemässigten Klima. In der Schweiz er gibt er sehr feine
Weine von schöner nicht zu intensiver Farbe und einem Alkoholgehalt von
10 bis 12 Volumenprozent. Er ist wie alle Viniferasorten anfällig gegen
den Falschen und Echten Mehltau und infolge deiner Dichtbeerigkeit auf
Graufäule.
Es gibt zahlreiche Selektionen. Als Beispiel seien erwähnt der "Pinot
Oberlin" der etwas frühreif ist, der "Pinot de Cortaillod", der "Pinot
du Valais" (selektioniert durch J. Nicollier) und der Mariafeld.
Der Grauburgunder (Pinot gris) oder Malvoisie (Wallis), ist eine
Spielart des Blauburgunders.
Bedeutung
In der Schweiz wir der Blauburgunder fast überall angebaut. In der
Ostschweiz ist er mit mehr als 1400 Hektaren die Hauptsorte; in
Neuenburg einzig zugelassene Sorte; im Wallis nimmt er den ersten Platz
ein; im Tessin ist er bedeutungslos und wird nur gelegentlich auf
kalkhaltigem Boden angebaut. Im ganzen erreichen die dem Pinot noir
reservierten Flächen annähernd 3000n Hektaren. In Frankreich bedeckt er
zirka 17'000 Hektaren, wovon der grösste Teil im Burgund angebaut wird.
In Deutschland ist der Blaue Spätburgunder in den meisten Anbaugebieten
empfohlen. Der Blauburgunder ist auch in Norditalien, Sardinien
Ex-Jugoslawien und auf kleinen Flächen in Zentraleuropa vertreten